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St. Marien-Hospital - Aktuell

Talkrunde zur offiziellen Eröffnungsfeier der Stroke Unit mit Gästen aus der Politik und dem Gesundheitswesen.

 

Komplettes Konzept für Schlaganfallpatienten

Was passiert mit mir, wenn ich einen akuten Schlaganfall habe? Wie sehen die Behandlungsmöglichkeiten aus? Welche Möglichkeiten der Weiterbehandlung gibt es nach dem Schlaganfall? Antworten auf diese Fragen erhielten die zahlreichen Besucher, die am Tag der offenen Tür, die neugestalteten Räumlichkeiten der Stroke Unit im St. Marien-Hospital Borken besichtigten. Ein offenes Ohr für Fragen hatte, an diesem Eröffnungswochenende, das komplette ärztliche und pflegerische Behandlungsteam rund um Chefarzt Prof. Dr. Hermann Menger.

Am Tag zuvor war die Station durch Propst Josef Leenders, im Rahmen der offiziellen Eröffnungsveranstaltung, eingesegnet worden. Vertreter aus Kirche, Politik, Medizin, Presse und der Universität Witten Herdecke zeigten großes Interesse an den hoch technisierten Behandlungsräumen und den damit verbundenen spezialisierten Behandlungsmöglichkeiten. Die Veranstaltung an sich wurde, aufgrund des großen Besucherandranges, kurzfristig ins Kapitelshaus verlegt.


Dass Schlaganfallpatienten intensiv behandelt wurden, war jedoch nicht immer so, erläuterte Prof. Menger in seiner Ansprache anschaulich. Bis Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts gab es bei der Diagnose Schlaganfall, in Deutschland und weltweit, so gut wie keine Behandlungsmöglichkeiten. Die Akutbeschwerden sowie die Folgeerscheinungen konnten therapeutisch nur unwesentlich beeinflusst werden. Es wurde „abgewartet“. Die Patienten wurden ihrem Schicksal überlassen, in der Hoffnung, dass sich die Folgeschäden im Laufe der Zeit von alleine bessern würden. Dies änderte sich erst mit der Einführung einer Stroke-Unit-Versorgung und später vor allem durch die Entwicklung der Lysetherapie.

Die ersten Stroke Units wurden 1995 eingerichtet. Seitdem etabliert sich in Deutschland auf Veranlassung und mit Unterstützung der deutschen Gesellschaft für Neurologie, der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe und der Deutschen Schlaganfallgesellschaft, eine flächendeckende Stroke-Unit-Versorgung. Diese unterliegt strengen Kriterien, da die Komplexität des Krankheitsbildes auch eine komplexe Behandlung erfordert. Das heißt, dass neben einem breiten Spektrum an Diagnostikmöglichkeiten auch ein speziell ausgebildetes Team aus ärztlichen und pflegerischen Mitarbeitern, sowie Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Sozialarbeitern notwendig ist.

Im Wesentlichen werden mit diesen Maßnahmen vier Ziele verfolgt:

  1. Die Klärung der Ursache,
  2. die Durchführung einer Lysebehandlung zur Auflösung des Gefäßverschlusses,
  3. die Überwachung und Aufrechterhaltung einer normalen Atmung, Kreislauf- und
    Stoffwechselregulation,
  4. sowie die Einführung einer frühen medikamentösen Behandlung, der sogenannten Sekundärprophylaxe, um weitere Schlaganfälle oder eine Vergrößerung des Hirninfarktes möglichst zu vermeiden.

Das deutsche Stroke-Unit-Konzept legte damit einen weltweit einzigartigen hohen Standard in der Schlaganfallbehandlung fest. Es führte nachgewiesenermaßen zu einer deutlichen Verbesserung in der Versorgung von Schlaganfallpatienten. Die Sterblichkeit und der Schweregrad der dauernden Behinderung nach Schlaganfall wurden eindeutig positiv beeinflusst. Natürlich werden auch in anderen Krankenhäusern im Kreis Borken Überwachungsbetten für die Versorgung von Schlaganfallpatienten bereitgestellt. Jedoch ist die Stroke Unit im Borkener Krankenhaus die einzige zertifizierte Schlaganfallspezialeinheit, in der das komplette Konzept umgesetzt wird.

Auch ist diese Station Bestandteil der einzigen neurologischen Akutklinik im gesamten Kreisgebiet. Die zertifizierte Schlaganfallbehandlung wurde bereits im Jahr 1997 eingeführt. Aufgrund räumlicher und planerischer Engpässe behandelte man die Patienten, unter Stroke-Unit-Bedingungen, auf der allgemeinen Intensivstation. Für einen war die Eröffnung der Stroke Unit ein ganz besonderes Highlight – Prof. Menger! Er kämpfte bereits seit Jahren für die bauliche Anpassung an das bereits eingeführte Konzept sowie eine ausreichende Anzahl von Stroke- Unit-Betten. Jetzt, mit der Umsetzung, hat er sein konsequent verfolgtes Ziel erreicht. Seiner Meinung nach ist dies, mit Blick auf die demographische Entwicklung und die damit verbundene steigende Zahl von Schlaganfällen, sicherlich auch dringend notwendig, Pünktlich zur offiziellen Inbetriebnahme am Montagmorgen um neun Uhr wurde die erste Patientin, eine Schwester des Schönstatt Ordens, in der Stroke Unit eingeliefert. Sie konnte bereits nach einem zweitägigen Aufenthalt auf die Normalstation verlegt werden. Ein gutes Omen für einen gelungenen Start der Station!


 

05.02.2011

 
 
 
 
 
 
 
 
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