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St. Marien-Hospital - Aktuell

 

Seit August verfügt das Marien-Altenheim über eine neue Betreuungsmöglichkeit


„Wir leisten Erinnerungsarbeit“

„Wissen Sie noch, wie wir früher Wäsche gewaschen haben?“, fragt Betreuungsassistentin Magdalena Heikel den 87-jährigen Albert Wanning. Dieser lacht und nickt, um sich dann wieder den Fotos in dem Buch zuzuwenden, welches er sich gemeinsam mit der Assistentin anschaut. Herr Wanning ist Bewohner des Marien-Altenheims und dement. Nur selten gelingt es, ihn aus seiner Welt in die Gegenwart zu locken. „Mit Zeit und Geduld schafft man es – und ich selbst lerne auch sehr viel dabei“, meint die 61-Jährige, „insbesondere von der Bescheidenheit und Zufriedenheit der älteren Generation“. Auch freut sie sich darüber, dass sie, als gelernte Köchin, mit 61 Jahren noch einmal die Chance erhalten hat, eine neue, bereichernde Tätigkeit auszuüben.

Magdalena Heikel ist eine von insgesamt sechs Betreuungsassistentinnen im Marien- Altenheim. Seit August begleiten diese den Alltag von dementen Bewohnern. Sie geben Hilfestellung bei alltäglichen Verrichtungen, zum Beispiel bei den Mahlzeiten oder lesen ihnen vor, basteln, singen und sprechen mit ihnen - und sie haben auch Zeit zuzuhören. Die Koordination der neuen Betreuungskräfte hat Hildegard Krumböhmer übernommen. Sie arbeitet als gerontopsychiatrische Fachkraft im Marien-Altenheim und sieht in der Arbeit der neuen Mitarbeiterinnen eine immense Bereicherung des Betreuungsangebotes. Dabei betont sie, dass die neuen Kolleginnen keine Pflegetätigkeiten verrichten, sondern sich ausschließlich um die Alltagsgestaltung der Erkrankten kümmern. „Wir sind dankbar dafür, denn im Pflegealltag bleibt immer weniger Zeit für intensive menschliche Zuwendung“.

Finanziert wird das neue Betreuungsangebot durch ein Förderprogramm der Pflegekasse. Dem Heim entstehen keine zusätzlichen Kosten. Die Bewerber erhalten im Vorfeld eine entsprechende Qualifizierung. Im Rahmen einer 12-wöchigen Trainingsmaßnahme werden Grundkenntnisse in der Betreuung Demenzkranker vermittelt. Auch Heimleiterin Anke Kernebeck sieht die Einstellung der Zusatzkräfte positiv. „Eine intensive, liebevolle Betreuung war für uns eigentlich immer selbstverständlich, aber jetzt, dank der neuen Betreuungsassistentinnen, können wir noch individueller auf die alten Menschen eingehen.“


 

17.11.2010

 
 
 
 
 
 
 
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